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Mütter/Väter.
Elternschaft zwischen medialen Inszenierungen und alltäglichen Praxen

Internationale Konferenz an der Leibniz Universität Hannover, 4.-6. Oktober 2007 in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut e.V., München

Wir danken allen – ca. 130 Beteiligten – an unserer Konferenz!!
Sie war ein runder Erfolg in jeglicher Hinsicht.

Nachfolgend einige Impressionen.

Bild: Improtheater-Abend
Ein Improtheater-Abend
wirbelt alles durcheinander
Bild: Anregende Gespräche
Anregende Gespräche im Foyer

 

Bild: Die Organisatorinnen
Die Organisatorinnen haben
Spaß an der Freud
Bild: Das Orga-Team
Das Orga-Team nach getaner Arbeit

 

Mütter - Väter - Familienleben: Kaum ein Thema wird derzeit ebenso kontrovers wie leidenschaftlich in den Medien und gesellschaftlichen Debatten verhandelt. Das Spektrum reicht dabei von "neuer Weiblichkeit" bis hin zu "Gebärmaschinen", diskutiert werden "männliche Zwangsdienste am Wickeltisch" als ein "Windelvolontariat". Es geht bei diesen Debatten um Bilder von Mütterlichkeit, Väterlichkeit und Aushandlungen von Familienleitbildern. Gerungen wird darum, wie viel mütterliche Berufstätigkeit eine Familie verträgt, welche Ideale von Mutterschaft sich in der gegenwärtigen bundesrepublikanischen Wirklichkeit realisieren lassen (sollen), um die so genannte Vereinbarkeit von Familie und Beruf und wer sie zu leisten habe etwa bei der Auseinandersetzung um die Regelung zur Elternzeit von Vätern in der Reform des Elterngeldes. Deutlich werden die Problematik und Dringlichkeit dieser neu aufgeworfenen und doch wohlbekannten sozialen (Geschlechter-)Fragen.
An der Thematisierung dieser Fragen ist auffällig, dass sie Lebenswirklichkeiten und Erfahrungen ins öffentliche und politische Rampenlicht rückt, die in Deutschland nach wie vor und überwiegend als ´Privatsache´ gelten. Dies ist nicht ganz neu, hat doch die zweite Frauenbewegung den Komplex Mutterschaft und Familie als eines ihrer Kernthemen politisiert. Sichtbar wird, jenseits aller Bewertungen, Projektionen und Anfeindungen, dass Elternschaft heutzutage eine komplexe Angelegenheit ist. Sie ist durchzogen von historischen Traditionen in nationalstaatlichen Rahmungen, von Unterschieden zwischen Milieus und Schichten, von enormer geschlechterpolitischer Relevanz und - nicht zuletzt - von starker ökonomischer Bedeutung.
Bei diesen Auseinandersetzungen liefern Bilder wesentliche Impulse: Darstellungen von Müttern und Vätern in Werbung, Film, Fernsehserien, Büchern oder Ratgebern sind Bestandteile der sozialen Verhandlungen über Elternschaft. Mediale, auch und womöglich gerade visuelle, Semantiken verweisen darauf, dass seit geraumer Zeit Mutterschaft und Vaterschaft als soziale ´Rollen´ in Bewegung sind: Neue Väter, Super-Nannys, Patchworkfamilien, transnationale Mutterschaft, Raben-mütter usw.; die Liste der zwischen Skandalisierung und Romantisierung changierenden Begriffe, die zur medialen und politischen Thematisierung von Elternschaft derzeit im Umlauf sind, ist lang. Zu diesen "Bilddiskursen" (Maasen et al 2006) stehen Praxen von Elternschaft, die vielfältig, kreativ, oftmals in sich widersprüchlich und oft schlicht nüchterne Arbeit sind, im Verhältnis. Mutter- und Vaterschaft sind als "alltägliche Lebensführung" (Jurczyk/Rerrich 1993) dabei immer eingebettet in sozialpolitische und ökonomische (Normalisierungs-)Regime, die ihrerseits derzeit stark im Wandel sind. In der Zusammenschau ist demnach auf die gesellschaftliche (Un)Sichtbarkeit spezifischer Mütter und Väter sowie spezifischer Praxen von Elternschaft zu achten.
Ziel der internationalen Konferenz ist es, Ambivalenzen, Vielfalt, Dynamiken sowie Beharrungsdimensionen von Mutter-, Vater- und Elternschaft in medialen Inszenierungen sowie als Alltagspraxen entlang sozialer, geschlechtlicher, ethnischer und sexualitätsbezogener Differenz und bezogen auf historische Konstellationen sichtbar zu machen und zu diskutieren. Dabei soll an die aktuelle politische Debatte um Geburtenraten, Elternschaft und ´Vereinbarkeit´ von Familie und Beruf angeknüpft werden. Intention ist es, die alarmistischen, bisweilen polemischen oder ideologischen Perspektiven dieser Auseinandersetzung kritisch zu reflektieren und an internationale Fachdiskurse anzuschliessen. Gleichzeitig sollen produktive Dialoge zwischen verschiedenen disziplinären und methodischen Zugängen zum Thema angeregt werden. Dies gilt insbesondere für Kultur-/Medien- und Sozialwissenschaften. Durch die doppelte Annäherung an das Thema Elternschaft - von den medialen (Re) Präsentationen sowie von den individuellen Erfahrungen her - sollen die Wechselwirkungen exemplarisch ausgeleuchtet werden. Weiter entwickelt werden sollen damit auch familienpolitische Diskurse.

 

Namen aller Referenten/innen:

  • Meike Sophia Baader, Universität Hildesheim/Erziehungswissenschaft
  • Petra Bauer, FU Berlin/Sozialpädagogik
  • Nina Baur, TU Berlin/Soziologie
  • Elisabeth Beck-Gernsheim, Universität Erlangen-Nürnberg/Soziologie
  • Annette Brauerhoch, Universität Paderborn/Medien- und Filmwissenschaften
  • Raewyn Connell, University Sydney/Soziologie und Erziehungswissenschaften
  • Lena Correll, Universität Marburg/Soziologie
  • Christof Decker, LMU München/Amerikanistik
  • Miriam Dreysse, Universität Giessen/Theaterwissenschaft
  • Barbara Duden, Universität Hannover/Soziologie und Geschichte
  • Anja Ehlers, Universität Dortmund/Gerontologie
  • Thomas Etzemüller, Universität Oldenburg/Geschichte
  • Brid Featherstone, University Bradford, GB/Soziale Arbeit
  • Karin Flaake, Universität Oldenburg/Soziologie
  • Eva Flicker, Universität Wien/Soziologie
  • Lisa Gotto, Universität Mannheim/Medien- u. Kommunikationswissenschaft
  • Laura F. Gruber, Universität Salzburg/Kommunikationswissenschaft
  • Barbara Hämmerle, Universität Salzburg/Kommunikationswissenschaft
  • Insa Härtel, Universität Bremen/Kulturwissenschaft
  • Barbara Hartung, Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Niedersachsen
  • Elisabeth Helming, DJI München/Soziologie
  • Heather Hofmeister, RWTH Aachen/Soziologie
  • An-Magritt Jensen, University Trondheim, Norwegen/Soziale Arbeit
  • Kerstin Jürgens, Universität Hannover/Soziologie
  • Heike Kahlert, Universität Rostock/Soziologie
  • Zuzana Kiczkova, University Bratsilava, Slowakei/Philosophie
  • Elisabeth Klaus, Universität Salzburg/Kommunikationswissenschaft
  • Nina Kölsch-Bunzen, Hochschule Esslingen/Soziale Arbeit
  • Claudia Krell, Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt/Soziologie
  • Doreen Kruppa, Mitarbeiterin f. Gleichstellung an der Hochschule Neubrandenburg
  • Susann von Lojewski, ZDF-Mona Lisa/Journalistin
  • Tanja Maier, Universität Göttingen/Soziologie
  • Anja Michaelsen, Ruhr-Universität-Bochum/Medienwissenschaft
  • Tanja Mühling, Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg
  • Ursula Müller, Universität Bielefeld/Soziologie
  • Gisela Notz, Friedrich-Ebert-Stiftung/Soziologie
  • Mechthild Oechsle, Universität Bielefeld/Soziologie
  • Karen Pfundt, freie Journalistin
  • Ulrike Popp, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt/Kulturwissenschaften
  • Barbara Rinken, Universität Bremen/Erziehungswissenschaft
  • Kim-Patrick Sabla, Universität Dortmund/Sozialpädagogik
  • Elisabeth Schilling, Universität DüsseldorfS/oziologie
  • Karin Schwiter, Universität Zürich/Geographie
  • Barbara Sichtermann, freie Journalistin
  • Anke Spies, Universität Oldenburg/Schulsozialarbeit und Erziehungswissenschaft
  • Frauke Spreckels, Verband berufstätiger Mütter
  • Martina Thiele, Universität Salzburg/Kommunikationswissenschaft
  • Sabine Toppe, Universität Marburg/Erziehungswissenschaften
  • Charlotte Ullrich, Ruhr-Universität-Bochum/Sozialwissenschaften
  • Anna Voigt, HU Berlin/Amerikanistik und Medienwissenschaft
  • Brigitte Vollmer-Schubert, Stadt Hannover Gleichstellungsbeauftragte
  • Sue White, University of Lancaster, UK/Soziale Arbeit
  • Christine Wiezorek, Universität Jena/Sozialwissenschaften
  • Stefanie Wurst, Werbeagentur Scholz & Friends