Wir danken allen – ca. 130 Beteiligten – an unserer Konferenz!!
Sie war ein runder Erfolg in jeglicher Hinsicht.
Nachfolgend einige Impressionen.
Mütter - Väter - Familienleben:
Kaum ein Thema wird derzeit ebenso kontrovers wie leidenschaftlich in den Medien und
gesellschaftlichen Debatten verhandelt.
Das Spektrum reicht dabei von "neuer Weiblichkeit" bis hin zu "Gebärmaschinen",
diskutiert werden "männliche Zwangsdienste am Wickeltisch" als ein "Windelvolontariat".
Es geht bei diesen Debatten um Bilder von Mütterlichkeit, Väterlichkeit und Aushandlungen von
Familienleitbildern. Gerungen wird darum, wie viel mütterliche Berufstätigkeit eine Familie verträgt,
welche Ideale von Mutterschaft sich in der gegenwärtigen bundesrepublikanischen Wirklichkeit realisieren
lassen (sollen), um die so genannte Vereinbarkeit von Familie und Beruf und wer sie zu leisten habe etwa
bei der Auseinandersetzung um die Regelung zur Elternzeit von Vätern in der Reform des Elterngeldes.
Deutlich werden die Problematik und Dringlichkeit dieser neu aufgeworfenen und doch wohlbekannten
sozialen (Geschlechter-)Fragen.
An der Thematisierung dieser Fragen ist auffällig, dass sie Lebenswirklichkeiten und Erfahrungen ins
öffentliche und politische Rampenlicht rückt, die in Deutschland nach wie vor und überwiegend als ´Privatsache´
gelten. Dies ist nicht ganz neu, hat doch die zweite Frauenbewegung den Komplex Mutterschaft und Familie als eines
ihrer Kernthemen politisiert. Sichtbar wird, jenseits aller Bewertungen, Projektionen und Anfeindungen, dass
Elternschaft heutzutage eine komplexe Angelegenheit ist. Sie ist durchzogen von historischen Traditionen in
nationalstaatlichen Rahmungen, von Unterschieden zwischen Milieus und Schichten, von enormer geschlechterpolitischer
Relevanz und - nicht zuletzt - von starker ökonomischer Bedeutung.
Bei diesen Auseinandersetzungen liefern Bilder wesentliche Impulse: Darstellungen von Müttern und Vätern in Werbung,
Film, Fernsehserien, Büchern oder Ratgebern sind Bestandteile der sozialen Verhandlungen über Elternschaft.
Mediale, auch und womöglich gerade visuelle, Semantiken verweisen darauf, dass seit geraumer Zeit Mutterschaft und
Vaterschaft als soziale ´Rollen´ in Bewegung sind: Neue Väter, Super-Nannys, Patchworkfamilien, transnationale
Mutterschaft, Raben-mütter usw.; die Liste der zwischen Skandalisierung und Romantisierung changierenden Begriffe,
die zur medialen und politischen Thematisierung von Elternschaft derzeit im Umlauf sind, ist lang.
Zu diesen "Bilddiskursen" (Maasen et al 2006) stehen Praxen von Elternschaft, die vielfältig, kreativ, oftmals in
sich widersprüchlich und oft schlicht nüchterne Arbeit sind, im Verhältnis. Mutter- und Vaterschaft sind
als "alltägliche Lebensführung" (Jurczyk/Rerrich 1993) dabei immer eingebettet in sozialpolitische und ökonomische
(Normalisierungs-)Regime, die ihrerseits derzeit stark im Wandel sind. In der Zusammenschau ist demnach auf die
gesellschaftliche (Un)Sichtbarkeit spezifischer Mütter und Väter sowie spezifischer Praxen von Elternschaft zu achten.
Ziel der internationalen Konferenz ist es, Ambivalenzen, Vielfalt, Dynamiken sowie Beharrungsdimensionen von
Mutter-, Vater- und Elternschaft in medialen Inszenierungen sowie als Alltagspraxen entlang sozialer,
geschlechtlicher, ethnischer und sexualitätsbezogener Differenz und bezogen auf historische Konstellationen
sichtbar zu machen und zu diskutieren. Dabei soll an die aktuelle politische Debatte um Geburtenraten,
Elternschaft und ´Vereinbarkeit´ von Familie und Beruf angeknüpft werden. Intention ist es, die alarmistischen,
bisweilen polemischen oder ideologischen Perspektiven dieser Auseinandersetzung kritisch zu reflektieren und an
internationale Fachdiskurse anzuschliessen. Gleichzeitig sollen produktive Dialoge zwischen verschiedenen
disziplinären und methodischen Zugängen zum Thema angeregt werden. Dies gilt insbesondere für Kultur-/Medien- und
Sozialwissenschaften. Durch die doppelte Annäherung an das Thema Elternschaft - von den medialen (Re)
Präsentationen sowie von den individuellen Erfahrungen her - sollen die Wechselwirkungen exemplarisch
ausgeleuchtet werden. Weiter entwickelt werden sollen damit auch familienpolitische Diskurse.
Namen aller Referenten/innen: